Ein viraler Streit in den USA hat eine heftige landesweite Debatte über Diskriminierung, Eigenverantwortung und die Grenzen von Mitfahrdiensten entfacht.
Die Frau im Zentrum der Kontroverse ist Dajua Blanding, eine 36-jährige Rapperin aus Michigan. Sie tritt unter dem Künstlernamen Dank Demoss auf. Nach eigenen Angaben wiegt sie knapp 160 Kilogramm.
Kürzlich veröffentlichte sie ein Video in den sozialen Medien, das sich schnell im ganzen Land verbreitete und im Internet heftige Auseinandersetzungen auslöste.
Die abgelehnte Fahrt in Michigan

Der Vorfall ereignete sich im US-BundesstaatMichigan. Blanding hatte eine Durchfahrt angeordnetLyftweil sie vorhatte, an einem Basketballspiel teilzunehmen.
Als der Fahrer in Weiß ankamMercedes-BenzLimousine, es ging fast sofort schief. Laut Blanding sah der Fahrer sie an, schloss die Türen ab und weigerte sich, sie in das Auto einsteigen zu lassen.
Im Video ist ihre Stimme zu hören, die ungläubig fragt, was der Fahrer meinte. Der Fahrer entschuldigte sich wiederholt. Er erklärte, dass er glaube, dass sie nicht sicher in das Fahrzeug passen würde.
Blanding bestand darauf, dass sie im Auto sitzen könne. Sie wollte wissen, warum der Fahrer das Gegenteil vermutete. Der Fahrer reagierte gelassen und sagte, er habe ähnliche Situationen schon einmal erlebt.
Die Erklärung des Fahrers

Der Fahrer sagte ihr, dass ihr Gewicht die Reifen und die Federung seines Fahrzeugs beschädigen könnte. Er schlug ihr vor, eine größere Fahrt zu buchen, zUberXL, der für größere Passagiere und schwerere Lasten konzipiert ist.
Blanding reagierte wütend. Sie fragte sich, ob ihr Gewicht etwas mit den Reifen zu tun habe. Der Fahrer entschuldigte sich weiterhin und stornierte dann die Fahrt mit der Versicherung, dass ihr keine Kosten in Rechnung gestellt würden.
Gegenreaktion in den sozialen Medien

Nachdem ihm die Fahrt verweigert wurde, teilte Blanding das Video online und markierte Lyft direkt. Sie fragte, ob sie Unrecht habe und warf dem Unternehmen vor, Diskriminierung übergewichtiger Menschen zuzulassen.
Sie schrieb, dass Personen mit Übergröße behandelt würden, als ob sie nicht dazugehörten. Der Beitrag verbreitete sich schnell viral und erregte große Aufmerksamkeit sowohl bei Medien als auch bei Internetnutzern.
Lyft antwortete später öffentlich. Das Unternehmen erklärte, das Verhalten des Fahrers sei inakzeptabel und äußerte den Wunsch, Blanding privat zu kontaktieren.
Rechtliche Schritte und Bürgerrechtsansprüche
Kurz darauf reichte Blanding eine Klage gegen Lyft und den Fahrer ein. Sie warf ihnen vor, gegen die Bürgerrechtsgesetze Michigans zu verstoßen, die Diskriminierung aufgrund des Gewichts verbieten.
Michigan ist einer der wenigen Orte in den Vereinigten Staaten, wo Gewichtsdiskriminierung ausdrücklich als illegal eingestuft wird. Der Staat erlaubt Beschwerden aufgrund von Größe und Gewicht sowie Faktoren wie Rasse, Geschlecht, Alter, Behinderung und Familienstand.
Blanding sagte, der Vorfall habe sie emotional belastet. Sie beschrieb Gefühle der Demütigung, der Wut, der Angst und der Angst.
Offizielle Erklärung von Lyft
Als die Kontroverse zunahm, veröffentlichte Lyft eine formelle Erklärung, in der alle Formen der Diskriminierung verurteilt wurden. Das Unternehmen betonte, dass seine Gemeinschaftsrichtlinien Respekt, Fairness und Freundlichkeit gegenüber jedem Passagier erfordern.
Lyft erklärte außerdem, dass Belästigung oder diskriminierendes Verhalten gemäß seinen Nutzungsbedingungen strengstens verboten seien.
Die öffentliche Meinung spaltet sich deutlich

Die Online-Reaktionen waren tief gespalten. Viele der beliebtesten Kommentare unter dem Originalvideo unterstützten jedoch eher den Fahrer als Blanding.
Zahlreiche Nutzer argumentierten, dass der Fahrer ehrlich und respektvoll sei. Sie sagten, er habe sie weder beleidigt noch sich über ihr Aussehen lustig gemacht. Stattdessen gab er eine aus ihrer Sicht praktische Empfehlung.
Einige Kommentatoren wiesen darauf hin, dass Mitfahrgelegenheitsfahrer unabhängige Auftragnehmer seien. Sie müssen für die Reparatur ihres Fahrzeugs selbst aufkommen. Mehrere Fahrer erzählten persönliche Geschichten über teure Federungs- und Reifenschäden, die durch überladene Autos verursacht wurden.
Andere beschuldigten Blanding, ihre Online-Plattform genutzt zu haben, um den Fahrer zu bestrafen, nachdem ihr Stolz verletzt worden war. Einige sagten, sie habe sich dem Vorwurf der Diskriminierung zugewandt, weil sie eine unangenehme Realität nicht akzeptieren könne.
Stimmen, die Blanding unterstützen

Nicht jeder war auf der Seite des Fahrers. Eine kleinere Gruppe von Kommentatoren kritisierte ihn für die Erwähnung der Reifenkapazität. Sie glaubten, dass diese Bemerkung eine Grenze überschritt und den Passagier in Verlegenheit brachte.
Diese Befürworter argumentierten, dass Lyft mehr tun sollte, um Passagiere vor Situationen zu schützen, die sich erniedrigend oder ausgrenzend anfühlen.
Trotz dieser Unterstützung dominierten kritische Kommentare die Diskussion. Schließlich deaktivierte Blanding die Kommentare auf ihrem Social-Media-Konto.
Eine Debatte ohne einfache Antworten
Der Fall wirft schwierige Fragen zur persönlichen Würde, zur Fahrzeugsicherheit und zur rechtlichen Verantwortung auf. Es verdeutlicht auch die Spannung zwischen dem Schutz der Bürgerrechte und der Realität, mit der unabhängige Fahrer konfrontiert sind.
Für einige war dies ein klarer Fall von Diskriminierung. Für andere war es ein Beispiel für unbequeme Ehrlichkeit in einem System, das auf Privatfahrzeugen basiert.
Während die Klage voranschreitet, ist eines sicher. Dieses Argument geht weit über eine einzige abgesagte Fahrt hinaus. Es geht darum, wie die Gesellschaft Empathie, Sicherheit und Verantwortung in alltäglichen Interaktionen in Einklang bringt.
Und vorerst zeigt die Debatte keine Anzeichen einer Verlangsamung.