Gießen Sie Ihrer Katze immer noch Milch in den Napf oder probieren Sie Knoblauch als „natürliches“ Flohmittel aus? Du bist nicht allein. Überraschend viele Ratschläge für Haustiere, die heute im Umlauf sind, sind veraltet – sie wurden über Generationen hinweg weitergegeben oder ohne Frage im Internet recycelt. Das Problem? Einige dieser altmodischen Tipps sind nicht nur wirkungslos, sondern können sogar schädlich sein.
Dank der Fortschritte inTiermedizinund Tierverhaltenswissenschaften wissen wir jetzt viel mehr darüber, wie man Hunde und Katzen richtig pflegt. Evidenzbasierte Tierpflege hilft Tieren, ein längeres, gesünderes und glücklicheres Leben zu führen.
Lassen Sie uns 10 veraltete Mythen über die Tierpflege aufschlüsseln – und was Sie stattdessen tun sollten.
1. Milch ist ein guter Leckerbissen für Katzen

Cartoons ließen es süß aussehen, aber die meisten Katzen sind es tatsächlichlaktoseintolerant. Kuhmilch kann Verdauungsstörungen wie Durchfall und Erbrechen verursachen, und wiederholter Kontakt kann zu ernsteren Gesundheitsproblemen führen.
Wenn Sie eine Leckerei im Milchstil anbieten möchten, suchen Sie nach speziell hergestellter laktosefreier Katzenmilch, die speziell für die Verdauung von Katzen entwickelt wurde.
2. Harte Trainingsmethoden funktionieren am besten für Hunde

Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Würgeketten, Schockhalsbändern oder Schreien kann das Verhalten im Moment stoppen, aber diese Art von aversivem Training kann das Vertrauen schädigen und die Angst verstärken. Hunde können ängstlich, gestresst oder sogar noch reaktiver werden.
Modernes Training mit positiver Verstärkung konzentriert sich auf belohnende Verhaltensweisen, die Sie sehen möchten. Leckerlis, Spielzeug und Lob stärken das Selbstvertrauen, stärken die Bindung zueinander und sorgen gleichzeitig für eine dauerhafte Verhaltensänderung.
3. Trockenfutter reinigt die Zähne von Haustieren

Früher glaubte man, dass Trockenfutter dabei hilft, Plaque von den Zähnen zu entfernen. In Wirklichkeit schlucken die meisten Katzen und Hunde die Kroketten entweder im Ganzen oder zerkleinern sie auf eine Weise, die keinen wirklichen Reinigungseffekt bringt.
Die Ausnahme bilden Zahndiäten, die vom Veterinary Oral Health Council genehmigt wurden. Diese speziell entwickelten Lebensmittel wurden getestet, um die Bildung von Plaque und Zahnstein zu reduzieren.
Regelmäßiges Zähneputzen und professionelle Zahnreinigungen bleiben der Goldstandard.
4. Einen Hund in eine Kiste zu sperren ist eine gute Strafe

Eine Kiste sollte sich wie eine sichere Höhle anfühlen, nicht wie ein „Auszeitgefängnis“. Der Einsatz als Strafe erzeugt negative Assoziationen und kann zu Angst oder Stress führen.
Hunde verbinden auch verzögerte Konsequenzen nicht mit vergangenem Verhalten. Bewahren Sie die Kiste stattdessen als ruhigen, sicheren Ort zum Ausruhen oder für den Fall auf, dass eine Aufsicht nicht möglich ist.
5. Haustiere brauchen den Tierarzt nur, wenn sie krank sind

Genauso wichtig wie die Behandlung von Krankheiten ist die Vorsorge. Routinemäßige Gesundheitsuntersuchungen helfen dabei, Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen, Impfungen zu aktualisieren und Diskussionen über Ernährung, Gewicht und Verhalten zu ermöglichen.
Regelmäßige Tierarztbesuche sind ein wesentlicher Bestandteil einer verantwortungsvollen Tierhaltung.
6. Knoblauch wehrt Flöhe bei Hunden und Katzen ab

Das ist ein gefährlicher Mythos. Knoblauch enthält Verbindungen, die sowohl für Hunde als auch für Katzen giftig sind und die roten Blutkörperchen schädigen können.
Darüber hinaus schwitzen Haustiere nicht wie Menschen, sodass die Vorstellung, dass Knoblauch sie für Flöhe „schlecht riechen“ lässt, nicht einmal funktioniert. Bleiben Sie stattdessen bei der vom Tierarzt empfohlenen Flohprävention.
7. Alte Hunde können keine neuen Tricks lernen

Dank dessen können Hunde ein Leben lang lernenNeuroplastizität. Tatsächlich ist kontinuierliches Training eine hervorragende geistige Bereicherung für ältere Hunde.
Passen Sie die Übungen einfach an ihre körperlichen Fähigkeiten an und halten Sie die Sitzungen kurz, positiv und lohnend.
8. Wohnungskatzen brauchen keinen Flohschutz

Flöhe können in Innenräumen auf Kleidung, Schuhen oder anderen Haustieren mitfahren. Sobald sie drinnen sind, können sie monatelang in Teppichen und Möbeln leben.
Die ganzjährige Flohprävention schützt auch Hauskatzen vor Befall und den Krankheiten, die Flöhe übertragen können.
9. Haustiere brauchen kein Zähneputzen

Zahnerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Haustieren. Ohne Pflege kann es zu Schmerzen, Zahnverlust und Infektionen kommen, die Organe wie Herz und Nieren beeinträchtigen.
Tägliches Zähneputzen, Zahnkauen und professionelle Zahnreinigung spielen eine wichtige Rolle für die langfristige Gesundheit.
10. Katzen können nicht trainiert werden

Katzen sind absolut erziehbar. Mithilfe von Leckerlis und Geduld können Sie ihm Verhaltensweisen wie Sitzen, Kommen auf Rufen oder ruhiges Betreten einer Transportbox beibringen.
Durch das Training wird die geistige Stimulation gefördert und die Beziehung zu Ihrer Katze gestärkt.
Warum diese Mythen bestehen bleiben
Veraltete Ratschläge für Haustiere bleiben bestehen, und zwar aus mehreren Hauptgründen:
Kulturelle Traditionen
Haustierpflegegewohnheiten werden oft von den Familien weitergegeben, sodass sie sich auch dann noch vertrauenswürdig fühlen, wenn sich die Wissenschaft weiterentwickelt hat.
Alte Schulungsressourcen
Bücher und Leitfäden, die vor Jahrzehnten veröffentlicht wurden, fördern möglicherweise immer noch Methoden, die moderne Fachleute nicht mehr unterstützen.
Fehlinformationen im Internet
Online-Tipps können sich ohne Expertenbewertung schnell verbreiten und Mythen einen unverdienten Eindruck von Glaubwürdigkeit verleihen.
So erkennen Sie schlechte Ratschläge für Haustiere
Achten Sie auf diese Warnzeichen:
Keine wissenschaftliche Unterstützung
Zuverlässige Ratschläge sollten von Tierärzten, zertifizierten Trainern oder Verhaltensexperten stammen.
„Schnelle Lösung“-Versprechen
Tiergesundheit und Verhalten sind komplex. Einfache Wunderlösungen sind selten legitim.
Angstbasierte Methoden
Techniken, die auf Schmerz, Angst oder Einschüchterung basieren, sind veraltet und schädlich.
Anekdoten als Beweis
Nur weil etwas bei einem Haustier funktioniert hat, heißt das nicht, dass es für alle sicher ist.
Klingt zu schön, um wahr zu sein
Wenn es sich wie ein Wundermittel anfühlt, ist es wahrscheinlich nicht wissenschaftlich belegt.
Haustierpflege in die Moderne bringen
Überholte Überzeugungen loszulassen kann sich zunächst seltsam anfühlen, insbesondere wenn sie schon seit Jahren bestehen. Aber moderne, evidenzbasierte Pflege ist eines der besten Geschenke, die Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze machen können.
Das heutige Wissen ermöglicht es uns, die Gesundheit unserer Haustiere zu schützen, ihr emotionales Wohlbefinden zu unterstützen und stärkere, glücklichere Beziehungen zu ihnen aufzubauen – und dafür lohnt es sich, ein paar alte Gewohnheiten auf den neuesten Stand zu bringen.