Das Webb-Weltraumteleskop hat ein außergewöhnliches Bild einer stellaren Kinderstube geliefert. Dieses Bild zeigt eine Fontäne aus Gas und Staub, die von einem sich entwickelnden Stern ausgeht, vor dem atemberaubenden Hintergrund einer Spiralgalaxie. Das zusammengesetzte Bild lässt es so erscheinen, als ob der Ausstoß von stellarem Material die Spur einer Rakete wäre, die auf die Galaxie zusteuert.
Ein kosmisches Ereignis in 625 Lichtjahren Entfernung
Dieser Ausstoß von Gas und Staub befindet sich etwa 625 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er liegt in einer der nächsten Sternentstehungsregionen der Milchstraße. Ein Lichtjahr, eine in der Astronomie verwendete Entfernungseinheit, entspricht fast 6 Billionen Meilen (9,5 Billionen Kilometer). Diese Entdeckung unterstreicht die unglaubliche Leistungsfähigkeit der Infrarotfähigkeiten des Webb-Teleskops. Es ermöglicht uns, kosmische Phänomene in weitaus größerem Detail als zuvor zu beobachten.

Webb vs. Hubble: Der Vorteil des Nachfolgers
Das im Jahr 2021 gestartete Webb-Weltraumteleskop gilt als Nachfolger des berühmten Hubble-Weltraumteleskops. Im Gegensatz zu Hubble, das hauptsächlich sichtbares Licht einfängt, ist Webb hervorragend darin, infrarote Wellenlängen zu beobachten. Diese Fähigkeit enthüllt verborgene Merkmale des Kosmos, die sonst unsichtbar bleiben würden. Dieses spezielle Bild wurde durch eine seltene Ausrichtung zweier nicht verwandter Himmelsobjekte ermöglicht, wie NASA es beschrieb.
Interessanterweise hat das inzwischen außer Dienst gestellte Spitzer-Weltraumteleskop der NASA im Jahr 2006 eine ähnliche Szene eingefangen. Damals bezeichneten Wissenschaftler das Phänomen als “kosmischen Tornado”. Allerdings fehlte Spitzers Bild die Klarheit, um die Hintergrundgalaxie und andere entscheidende Details zu enthüllen. Das Webb-Teleskop bietet mit seiner überlegenen Auflösung eine viel klarere und detailliertere Ansicht der Szene. Webb ist das größte und leistungsstärkste jemals gestartete Weltraumobservatorium.