In letzter Zeit schießen die Schweinefleischbestände in die Höhe, und obwohl das gut für meinen Geldbeutel ist, erinnert es mich auch daran, dass die Schweinefleischpreise ebenfalls steigen. Während des Preishochs im letzten Jahr habe ich viel billigeres importiertes Schweinefleisch konsumiert. Aber seien wir ehrlich – viele Menschen in China sind importiertem Fleisch gegenüber nach wie vor skeptisch. Abgesehen von Pandemiebedenken wirkt tiefgekühltes Fleisch weniger frisch. Noch wichtiger ist, dass sich viele über einen seltsamen Geruch beschweren – manche sagen stinkig, andere sagen wild. Einige glauben sogar, dass dies daran liegt, dass Schweine im Ausland während der Schlachtung nicht ordnungsgemäß ausgeblutet werden. Aber stimmt das?

Aderlass ist in modernen Schlachthöfen Standard
Eine lang kursierende Theorie besagt, dass überseeische Schweine durch Strom oder CO2 betäubt und dann ohne Ausblutung geschlachtet werden, was unangenehme Geschmacksnoten verursacht. Im Gegensatz dazu stellen sich viele Chinesen immer noch die traditionelle Methode vor – das Schwein in die Enge treiben, fesseln und die Kehle durchschneiden, wobei ein Schwall Blut fließt.

In Wirklichkeit sind beide Annahmen übertrieben. Traditionelle Schlachtung ist ineffizient und sehr blutig. Moderne Schlachthöfe in China und im Ausland verwenden allgemein eine Betäubung gefolgt von ordnungsgemäßem Ausbluten. Das Überspringen des Aderlasses würde das Fleisch schneller verderben lassen und gequetscht aussehen. Das von uns verzehrte Schweinefleisch – ob frisch oder gekühlt – ist ordnungsgemäß ausgeblutet. Insbesondere bei gereiftem Fleisch wird es 12-24 Stunden bei 0-4°C gelagert, was Flüssigkeitsverlust und Bakterienwachstum reduziert und die Textur verbessert.

Auch tiefgekühltes Importfleisch durchläuft diesen Prozess. Obwohl das Einfrieren Geschmack oder Textur beeinträchtigen kann, ist der Geruch nicht auf ausgelassenen Aderlass zurückzuführen.
Der wahre Übeltäter: Ebergeruch
Dieser seltsame Schweinefleischgeruch wird Ebergeruch genannt. Er stammt hauptsächlich von Fleisch nicht kastrierter männlicher Schweine. Diese Eber produzieren hohe Mengen an Androstenon, einem Steroid mit urinähnlichem Geruch, und Skatol, einer Verbindung, die nach Fäkalien riecht.

Die meisten weiblichen Schweine haben niedrige Androstenonwerte, weshalb ihr Fleisch generell besser riecht. Skatol wird im Darm aller Säugetiere produziert, aber normalerweise von der Leber abgebaut. Eber haben jedoch mehr Steroide, die diesen Abbau behindern, was zu Skatolanreicherung im Fettgewebe führt.

Warum einheimisches Schweinefleisch besser riecht
In China werden fast alle kommerziellen männlichen Schweine frühzeitig kastriert (auch “Schweine klopfen” genannt). Dies eliminiert Androstenon und ermöglicht den Skatolabbau. Die meisten weiblichen Schweine werden ebenfalls vor hormonellen Veränderungen bei etwa 100 kg geschlachtet.
Warum folgen nicht alle Länder diesem Beispiel?

Globale Kastrationspraktiken variieren
Obwohl niemand Ebergeruch mag, kastrieren nicht alle Länder Schweine, und hier ist der Grund:
- Tierschutz: Einige argumentieren, dass chirurgische Kastration ohne Narkose unmenschlich ist. Die EU versuchte, chirurgische Kastration bis 2018 auslaufen zu lassen, aber das Ziel wurde nicht vollständig erreicht.
- Wirtschaftliche Effizienz: Kastrierte Schweine wachsen langsamer und produzieren fettigeres Fleisch, was weniger profitabel ist.

Alternative: Impfung
Einige Länder verwenden einen Impfstoff zur chemischen Unterdrückung von Eberhormonen. Selbst in Ländern wie Neuseeland, wo er weit verbreitet ist, bleiben die Ebergeruchswerte jedoch höher als bei EU-Schweinefleisch.

Länderleitfaden zur Eberkastration
Beim Kauf von Importfleisch ist es ratsam, die Herkunft zu kennen:
- Hohes Ebergeruchrisiko: Spanien, UK (geringe Kastrationsraten)
- Mittleres Risiko: Niederlande (teilweise Kastration)
- Geringes Risiko: Deutschland (über 80% Kastration)
- Gemischte Praktiken: USA, Kanada
- Unbekannte Praktiken: Brasilien (Importwachstum, begrenzte Daten)

Stinkendes Fleisch gekauft? So handeln Sie
Wenn Sie Schweinefleisch mit unangenehmem Geruch erwischt haben, geraten Sie nicht in Panik:
- Fleisch gründlich waschen.
- In kaltes Wasser legen.
- Bei niedrigster Hitze ca. 30 Minuten köcheln, bis sich Schaum bildet.
- Mit warmem Wasser abspülen.
Dies entfernt den Großteil des Geruchs. Das Innere bleibt roh – entsprechend weiterverarbeiten.

Abschließende Gedanken
Trotz Bedenken ist das meiste Importfleisch sicher. Obwohl der Geschmack frischem Lokalfleisch unterlegen sein mag, stammt der Geruch nicht ausgelassenem Aderlass. Das Verständnis von Ebergeruch und globalen Haltungspraktiken hilft bei intelligenteren Lebensmittelentscheidungen – und vielleicht mehr köstlichem Schweinefleisch im neuen Jahr!