Ein ruhiger Weg vor dem Horror
Gegen 20 Uhr. Am 17. November fuhr die 26-jährige Bethany MaGee mit dem ZugChicago „L“.
Sie saß mit aufgesetzten Kopfhörern am Fenster und einen weißen Rucksack an ihrer Seite.
Wie viele Passagiere scrollte sie leise durch ihr Telefon.
Mehrere Meter entfernt stand ein Mann in den Fünfzigern in der Nähe.
Er trug ein Kapuzenpullover und starrte MaGee an, ohne zu blinzeln.
Mehrere Minuten lang tat er nichts anderes.
MaGee bemerkte nichts Ungewöhnliches.
Ein plötzlicher und unprovozierter Angriff

Ohne Vorwarnung stand der Mann auf.
In seiner rechten Hand trug er eine offene Flasche.
In seiner Linken ein Feuerzeug.
Er ging direkt hinter MaGee und goss ihr die Flüssigkeit über den Kopf.
Es durchnässte ihr Haar, ihr Gesicht, ihren Oberkörper und ihre Beine in Sekundenschnelle.
Der scharfe Geruch vonBenzinfüllte den Waggon.
Durch den Angriff wachgerüttelt, schrie MaGee und versuchte zu fliehen.
Doch der Treibstoff unter ihren Füßen ließ sie ausrutschen und das Gleichgewicht verlieren.
Im Zug bricht Feuer aus

Der Angreifer trat näher und schnippte mit dem Feuerzeug.
Zunächst war die Flamme zu schwach.
Auf MaGees Haaren und Schulter erschienen nur ein paar Funken.
Dann schüttete er das restliche Benzin auf den Boden neben ihren Füßen und bildete eine große Pfütze.
Als er es erneut anzündete, explodierte das Feuer.
Fast augenblicklich schossen Flammen an MaGees Körper empor.
Sie wurde von orangefarbenem Feuer umhüllt und rannte schreiend vor Schmerzen durch den Zug.
Während sie rannte, zerriss sie ihre brennenden Kleider und taumelte zum Bahnsteig.
Zwei Passanten stürmten herbei und halfen, die Flammen zu löschen.
Feuerwehrleute und Rettungskräfte trafen wenige Augenblicke später ein.
Nach einigen schrecklichen Sekunden war das Feuer schließlich gelöscht.
MaGee wurde in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert, immer noch in kritischem Zustand.
SchwerbrennenVerletzungen bedeckten mehr als achtzig Prozent ihres Körpers.
Der Angreifer schaut ohne Emotionen zu

Während des gesamten Angriffs bewegte sich der Mann nie.
Er stand ruhig da und sah zu, wie MaGee brannte.
Die Polizei nahm ihn kurz nach dem Vorfall fest.
Sein Name warLawrence Reed.
Die Ermittler enthüllten, dass Reed etwa dreißig Minuten zuvor an einer Tankstelle 7,5 Liter Benzin gekauft hatte.
Er füllte es in Flaschen und stieg in dieselbe U-Bahn-Linie.
Als MaGee alleine den Zug betrat, wählte er sie als sein Ziel.
Der gesamte Angriff dauerte weniger als vierzig Sekunden.
Es gab keinen Streit.
Es gab keine Warnung.
Der Angriff erfolgte zufällig und vorsätzlich.
„Ich wollte sie nur brennen sehen“
Bei der Befragung durch die Polizei zeigte Reed keine Reue.
Seine Antwort war erschreckend: „Ich wollte sie nur brennen sehen.“
Am 19. November erschien Reed vor Gericht.
Er unterbrach den Richter wiederholt und schrie, er sei schuldig.
Er behauptete außerdem, chinesischer Staatsbürger zu sein und verlangte eine Benachrichtigung des chinesischen Konsulats.
Gerichtsbeamte bestätigten später, dass die Behauptung falsch sei.
Reed ist in den Vereinigten Staaten geboren und aufgewachsen.
Das Gericht beschrieb ihn als an Wahnvorstellungen und Gewaltimpulsen leidend.
Die Staatsanwälte haben ihn angeklagtTerrorismusentsprechende Gesetze, wodurch der Fall auf die Ebene eines Bundesverbrechens gehoben wird.
Zu diesem Zeitpunkt droht Reed eine lebenslange Haftstrafe oder sogar die Todesstrafe.
Eine Kriminalgeschichte, die die Öffentlichkeit schockierte
Die rechtliche Antwort schien zunächst entscheidend.
Dann deckten Journalisten eine beunruhigende Wahrheit auf.
Bevor er MaGee angriff, war Reed zweiundsiebzig Mal verhaftet worden.
Bei vielen dieser Festnahmen ging es um gewalttätiges Verhalten.
Allein seit 2016 wurde er zweiundzwanzig Mal verhaftet.
Neun dieser Fälle wurden als Straftaten eingestuft.
Sein Strafregister reicht bis ins Jahr 1993 zurück.
Trotz mehr als siebzig Festnahmen hatte Reed insgesamt nur zweieinhalb Jahre im Gefängnis verbracht.
Richter ließen ihn wiederholt frei und gaben ihm so eine weitere Gelegenheit, jemandem Schaden zuzufügen.
Eine vermeidbare Tragödie
Im August dieses Jahres wurde Reed zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
Dort griff er einen Sozialarbeiter an und schlug das Opfer bewusstlos.
Der Angriff verursachte bleibende Schäden am Sehnerv und eine Gehirnerschütterung.
Das Opfer litt unter anhaltendem Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen und Übelkeit.
Die Staatsanwälte forderten, dass Reed weiterhin inhaftiert bleibt.
Ein Richter lehnte den Antrag ab.
Drei Monate später wurde MaGee in Brand gesteckt.
Ein System auf dem Prüfstand
MaGees Familie wartet nun gespannt an ihrer Seite.
Sie befindet sich weiterhin in einem kritischen Zustand und ist der Gefahr noch nicht entkommen.
Ein Anwalt äußerte öffentlich seine Wut über das Ergebnis.
Er sagte, das Justizsystem habe unzählige Chancen, Reed zu stoppen.
Stattdessen erlaubte es ihm, wiederholt unschuldigen Menschen Schaden zuzufügen.
Nächsten Monat wird Reed für eine weitere psychiatrische Untersuchung vor Gericht zurückkehren.
Ob ihm nun endgültig eine dauerhafte Haft droht oder er erneut einer dauerhaften Strafe entgeht, bleibt ungewiss.