An Bord der ISS verliert der Astronaut plötzlich die Sprache, was die NASA aufgrund eines seltenen und ungeklärten medizinischen Notfalls dazu zwingt, die Mission vorzeitig zu beenden. Am 14. Januar dieses Jahres startete die NASA einen Notrückflug für ihre Commercial Crew Program-Mission Crew 11. Das Raumschiff landete am folgenden Tag erfolgreich in der Nähe der kalifornischen Küste, fast einen Monat früher als ursprünglich geplant.
Der Grund für diese unerwartete Rückkehr war sowohl alarmierend als auch beispiellos. Ein Astronaut verlor plötzlich die Fähigkeit, ohne Vorwarnung zu sprechen. Der Vorfall war das erste Mal in über sechs Jahrzehnten bemannter Raumfahrt, dass eine Mission aufgrund eines medizinischen Notfalls abgebrochen werden musste.
Ein erfahrener Astronaut steht vor einer unerklärlichen Krise

Der beteiligte Astronaut war Mike Fincke, ein pensionierter Oberst der Luftwaffe, der später ein erfahrener Raumfahrer wurde. Vor dieser Mission hatte er bereits mehr als 400 Tage im Weltraum verbracht, was ihn zu einer großen Erfahrung und körperlichen Belastbarkeit macht.
Am 1. August des Vorjahres brachte eine Falcon 9-Rakete von SpaceX die Raumsonde Crew Dragon in die Umlaufbahn und brachte das Team Crew 11 in die UmlaufbahnInternationale Raumstation. Die Besatzung bestand aus vier Mitgliedern, darunter Fincke, der NASA-Astronautin Zena Cardman, der Astronautin Kimiya Yui von der Japan Aerospace Exploration Agency und dem russischen Kosmonauten Oleg Platonov.
Die Mission sollte sechs Monate dauern. Während dieser Zeit führte das Team eine Reihe von Mikrogravitationsexperimenten und wissenschaftlichen Forschungen durch. Diese Bemühungen sollten zukünftige Explorationsziele unterstützen, einschließlich Missionen zumMondUndMars.
Der Moment, in dem sich alles änderte

In der ersten Hälfte der Mission verlief alles reibungslos. Dann, am 7. Januar, geschah etwas völlig Unerwartetes.
Fincke hatte gerade die Vorbereitungen für einen geplanten Weltraumspaziergang am nächsten Tag abgeschlossen. Wie immer setzte er sich zum Abendessen hin. Plötzlich wurde ihm klar, dass er nicht mehr sprechen konnte.
Es gab keine Schmerzen. Es gab keine weiteren Symptome. Er blieb bei vollem Bewusstsein und aufmerksam. Es kamen jedoch keine Worte heraus. Es war, als ob seine Stimme ausgeschaltet worden wäre oder sein Gehirn sich für einen Moment von seiner Rede getrennt hätte.
Seine Besatzungsmitglieder bemerkten sofort, dass etwas nicht stimmte. Sie eilten herbei, um ihm zu helfen. Einer stützte seinen Körper, während ein anderer die medizinischen Teams vor Ort kontaktierte. Innerhalb von Sekunden war die gesamte Crew darauf konzentriert, ihm zu helfen.
Fincke erinnerte sich später daran, wie schnell sich alles abspielte. Die Situation eskalierte in wenigen Augenblicken und alle reagierten mit Dringlichkeit und Präzision.
Eine vorübergehende Erholung, aber ein anhaltendes Geheimnis

Glücklicherweise hielt der Zustand nicht lange an. Nach etwa zwanzig Minuten erlangte Fincke nach und nach seine Sprechfähigkeit wieder. Obwohl er sich erholte, hinterließ ihn das Erlebnis zutiefst verwirrt.
Die Internationale Raumstation ist mit medizinischer Versorgung und Diagnosegeräten ausgestattet. Kleinere Verletzungen wie Schnitt- und Schürfwunden können an Bord behandelt werden. Astronauten können sogar grundlegende Eingriffe wie Zahnextraktionen und Ultraschalluntersuchungen durchführen.
Nach der Beurteilung der Situation kam das medizinische Bodenteam der NASA jedoch zu dem Schluss, dass der Vorfall schwerwiegend genug war, um einen vorzeitigen Abbruch der Mission zu rechtfertigen. Die genaue Ursache war unbekannt und das Risiko für den Astronauten und die Besatzung konnte nicht ignoriert werden.
Eine beispiellose Entscheidung in der Geschichte der Raumfahrt

Die NASA beschloss, die Mission sofort abzubrechen. Dem Team der Crew 11 wurde befohlen, die Raumstation vorzeitig zu verlassen und zur Erde zurückzukehren.
Dies war die erste Evakuierung der Internationalen Raumstation aufgrund eines gesundheitlichen Notfalls.
Am 15. Januar, nach der Landung, wurde Fincke zur vollständigen medizinischen Untersuchung direkt in ein Krankenhaus gebracht. Die Ärzte schlossen Erkrankungen wie Herzinfarkt und Erstickung aus. Sie konnten jedoch keine eindeutige Ursache für seinen vorübergehenden Sprachverlust ermitteln.
Die einzige Arbeitshypothese ist, dass der Vorfall mit einer längeren Exposition gegenüber der Schwerelosigkeit zusammenhängen könnte. Fincke hatte insgesamt 549 Tage im Weltraum verbracht, was möglicherweise zu ungewöhnlichen physiologischen Effekten beigetragen hat.
Die verborgenen Risiken des Lebens in der Schwerelosigkeit

Das Leben in einer Schwerelosigkeitsumgebung kann zu einer Vielzahl physischer Veränderungen führen. Astronauten erleben oftRaumanpassungssyndrom, verschwommenes Sehen, Blutgerinnsel und Nervenkompression.
Dennoch wurde in der Geschichte der bemannten Raumfahrt noch nie zuvor eine plötzliche und vorübergehende Sprachunfähigkeit registriert.
Die Ermittlungen zu Finckes Zustand dauern noch an. Der Vorfall bleibt vorerst ein Rätsel und zeigt, wie viel wir noch über den menschlichen Körper im Weltraum lernen müssen.